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Dienstag, 17. Mai 2011

Die Angst vor Alzheimer- was tun?

Gunter Sachs, als Ästhet und Lebenmann bekannt, hat sich eine Kugel in den Kopf gejagt und damit einen unglaublich brutalen und unästhetischen Abgang gewählt. Warum? Weil er die Diagnose Alzheimer erhalten hat.

Die größte Angst alter Menschen ist nicht etwa irgendwann leiden zu müssen. Nein, ganz oben auf der Liste steht die Angst "den Verstand zu verlieren", nicht mehr "normal" zu sein, nicht mehr denken zu können und nicht mehr über sich selbst bestimmen zu können.

Für Gunter Sachs war es sichtlich ästhetischer, blutig zu sterben, als verwirrt zu leben. Er hat sich entschieden.

Die Frage, die sich stellt ist aber: Wie wurde er begleitet nachdem er erfahren hat, daß er Alzheimer hat? Wie wurde ihm die Diagnose übermittelt? Wurde danach mit ihm gesprochen? Oder wurde er mit seinen Phantasien und Ängsten alleine gelassen?

Ich erlebe in meiner Arbeit mit pflegenden Familien oft, daß Betroffene mit ihren Fragen alleine gelassen werden. Alzheimer und Demenz sind- auch wenn sich mittlerweile etwas tut- immer noch ein Tabuthema. Vor allem bei jenen Berufen, für die Heilen das oberste Ziel ist.

Heute gab es in den Salzburger Nachrichten ein großartiges Interview mit dem Mediziner und Ethiker Giovanni Maio - „Wir tun so, als wären Menschen mit Alzheimer geistig Tote“

Das Interview ist ein Plädoyer zur Beziehungsmedizin, die mehr ist als Diagnose und Therapie.

Zitate:
Aber in dieser entscheidenden Phase ist die Medizin auf dem Rückzug, weil sie sich als eine technizistische Medizin versteht. Sie hat den Beziehungscharakter des Heilens und des Helfens in den Hintergrund gerückt.

Das gesamte Interview lesen Sie hier.

Den Aussagen von Dr. Maio möchte ich noch die Perspektive der Pflege zufügen. Angehörige, die Menschen mit Alzheimer pflegen, werden auch oft alleine gelassen. Und die daraus resultierende Einsamkeit und Belastung wirkt - vor allem am Anfang- auf den Betroffenen. Denn dessen größte Angst ist es eine Last zu werden.

Daher wird es wichtig werden betroffenen Familien so viel Unterstützung wie möglich zukommen zu lassen - Gespräche, Austausch, Information, stundenweise Entlastung, kulturelle und soziale Angebote und natürlich auch Hilfe bei der Pflege.

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